Celery Bitters 44 %

Celery Bitters 44 %

Für viele gehört zu einem Cocktail lediglich eine Spirituose und etwas zum Auffüllen. Zusätzliche Zutaten wie beispielsweise Cocktailbitters fristen dagegen ein Schattendasein.

Bitters kann man als eine Art flüssige Gewürzstreuer verstehen. Sie bestehen aus einer oder mehreren Hauptzutaten und haben, wie der Name erahnen lässt, einen eher bitteren Geschmack. Vor 100 Jahren hätte ich das nicht erklären müssen, denn Bitters waren schon Mitte des 19. Jahrhunderts beliebte Ingredienzen für Drinks. Angefangen hat alles 1824 mit dem heute immer noch Bekanntesten: Angosturabitter. Ursprünglich als Heilmittel von einem deutschen Arzt erfunden, eroberte es schnell die Bars. Dazu beigetragen hat der amerikanische Gastronom Thomas Jerry. Neue Cocktails wurden zu dieser Zeit in der Zeitung beworben; die entsprechenden Anzeigen fasste er in seinem Buch «How to Mix Drinks, or, the Bon-Vivant‘s Companion» zusammen.

So entstand das erste Cocktailbuch der Welt und darin werden in verschiedenen Rezepten auch Bitters erwähnt. Obwohl sie sogar die Prohibition in den Vereinigten Staaten überlebten, da sie nicht als Spirituose galten, gerieten sie Mitte des letzten Jahrhunderts trotzdem in Vergessenheit. In den späten Nullerjahren sollte sich dies aber wieder ändern. Und erneut waren Deutsche daran beteiligt. Die Barkeeper Stephan Berg und Alexander Hauck ärgerten sich über den Mangel an Alternativen zum Angosturabitter und entwickelten darum eigene Kreationen. Mittlerweile produzieren und vertreiben sie diese im grossen Stil von ihrem Sitz in der Nähe von München aus. Das Sortiment hat sich laufend vergrössert: Nebst Bitters, die den geschmacklichen Fokus auf eine Hauptzutat setzen, stellen Berg und Hauck auch sogenannte «Aromatic Bitters» her, die aus mehreren Zutaten bestehen. Beim hier vorgestellten Celery Bitters überwiegt der Selleriegeschmack, allerdings finden sich darin auch Zitronengras und Ingwer wieder.

 

Celery Bitters gibts für 24.50 Franken in der Weinhandlung Traité an der Stadthausstrasse 93.

 

 

Toronto Tower

 von Marcel Rubin

 

Dieser Drink stammt aus dem Katalog von The Bitter Truth und ist mal etwas anderes. Weder süss noch sauer noch bitter, einfach anders. Erfunden hat ihn der französische Autor und Barkeeper Dimitri Lezinska, inspiriert von der imposanten Skyline der kanadischen Stadt.

 

6 cl Wodka

2 cl Zuckersirup

3 cl Limettensaft (etwa eine halbe Limette)

3 Spritzer Celery Bitters

Etwas Mineralwasser

Etwas Eis

 

Ein paar Eiswürfel, Wodka, Zuckersirup, Limettensaft und Celery Bitters ins Glas geben und umrühren. Anschliessend mit etwas Mineralwasser auffüllen – fertig.

 

Marcel Rubin ist lernender Journalist, gelehrter Trinker und schreibt fürs Coucou.

 

 

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