Southern Comfort 35 %

Southern Comfort 35 %

Southern Comfort dürfte vielen Bargänger*innen ein Begriff sein, befindet er sich doch hinter so ziemlich jeder Theke. Was aber vielen nicht bekannt sein dürfte, ist die Zusammensetzung der Traditionsspirituose.

Anders als das typische Südstaaten-Design der Flasche vermuten lässt, handelt es sich beim Inhalt nicht um Whisky, sondern um Likör. Dazu wurde er von seinem Schöpfer, dem irischen Barkeeper Martin Wilkes Heron, aber erst im Laufe der Zeit gemacht: Ursprünglich war Southern Comfort nämlich ein Cocktail auf Whisky-Basis. Die Zusammensetzung, die von Heron Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Bar in New Orleans kreiert wurde, beinhaltete unter anderem Pfirsich, Orange und schwarze Schokolade. Diese war so beliebt, dass er sich dazu entschied, das Getränk flaschenweise zu produzieren. Spätestens im Jahre 1904 stellte sich dieser Entscheid als richtig heraus, als Heron damit eine Goldmedaille bei der Weltausstellung in St. Louis gewann. So erfuhr Southern Comfort stetig steigende Popularität und Absatzzahlen, bis die Prohibition der 1920er- und 1930er-Jahre der Produktion ein jähes Ende setzte. Bereits wenige Monate nach der Einführung des Alkoholverbots verstarb Heron. Sein Rezept erhielt aber 1933, nach der Aufhebung des besagten Gesetzes, einen neuen Eigentümer und lebt bis heute weiter. Trotz einiger weiterer Wechsel des Herstellers büsste die Marke auch in den Jahrzehnten nach Martin Wilkes Heron nie an Beliebtheit ein. Wohl nicht zuletzt dank der geschickten Vermarktung. So wurde beispielsweise anlässlich des Kinostarts von «Vom Winde verweht» der Cocktail «Scarlett O’Hara» erfunden, der auf der Basis von Southern Comfort besteht und den Namen der weiblichen Hauptrolle trägt. Oder auch die heute noch weltbekannte Werbekampagne aus den 1960er-Jahren mit der Musikerin Janis Joplin, hat sicherlich dazu beigetragen, dass der Southern Comfort nicht in Vergessenheit geriet.

 

Southern Comfort gibts für 30.50 Franken in der Weinhandlung Traité an der Stadthausstrasse 93.

 

 

Scarlett O’Hara

 

von Marcel Rubin

 

Das Rezept des Klassikers stammt direkt vom Hersteller von Southern Comfort und ist kinderleicht nachzumachen. Oft wird der «Scarlett O’Hara» in einem Martini-Glas serviert. Besser gelingt er allerdings in einem Longdrink-Glas, zumal bei den steigenden Aussentemperaturen nicht auf Eis verzichtet werden will, was sich bei einem Martini-Glas als eher umständlich herausstellen würde.

 

Southern Comfort

Cranberrysaft

Limette

Etwas Eis

 

Einige Eiswürfel ins Glas geben und einen Teil Southern Comfort mit zwei Teilen Cranberrysaft dazugiessen. Nach Belieben kann das Ganze mit etwas Limettensaft ergänzt oder ansonsten einfach mit einem Schnitz der Frucht dekoriert werden. Vor dem Trinken umrühren.

 

Marcel Rubin ist lernender Journalist, schreibt und trinkt fürs Coucou.

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