K wie Kulturerbe

Das Doppelwort sagt es: Kultur ereignet sich nicht allein als flüchtiges Erlebnis und als Sensation des Augenblicks. Sie wird, vor allem als materielles Zeugnis eines Kulturakts, auch vererbt.

Am ehesten fallen hier Gebäude ins Auge, aber andere Erzeugnisse künstlerischer Arbeit werden nach dem Akt ihrer Schöpfung ebenfalls zu Objekten, die den Kunstmoment und die handwerkliche Produktion überleben. Mit zunehmendem Alter werden sie zu Erbstücken oder auch zu Überresten.

Sie überdauern als Sammlungsobjekte in den Museen (Bilder, Plastik, Möbel, aber auch Münzen, Keramik und Handwerksgerät), in der gebauten Umwelt als Baudenkmäler und in Privatbesitz als Kunstwerke oder andere Produkte künstlerischer Arbeit – oder sie vergehen und fallen dem Vergessen anheim.

Mit der Ausweitung des Kulturbegriffs in jüngerer Zeit gerät auch nicht-materielles Erbe in den Blick, das nicht immer auf Anhieb als Kulturprodukt erkennbar ist: Traditionen und Riten, Sprache und Musik und alles, was ohne verfestigte Materialität überliefert werden kann, zum Beispiel als Erzählung.

Kulturerbe ist kein totes Gut, sondern eine Botschaft aus dem Kulturleben vor unserer Zeit – die als Objekt, Erfahrung und Erinnerung an die nächsten Generationen weitergegeben wird und nachwirkt. Es ist damit Stoff für neue Schöpfungen, denn auch in der Kultur entsteht nichts aus der Leere, sondern fast alles aus einer Transformation von bereits Gedachtem, Gesehenem, Gehörtem und Empfundenem. Kulturerbe bewahrt uns daher nicht zuletzt vor dem kulturellen Gedächtnisverlust.

Erklärt von Benedikt Zäch, Historiker und Leiter des Münzkabinetts Winterthur

P wie Pianissimo
Kulturlexikon

«Pianissimo (ital.), abbreviert durch pp, ist das dritte Echo, welches lässt, als wenn die Stimme in die Luft zerginge.» [Walther, Musicalisches Lexicon, 1732]

I wie Intersektional
Kulturlexikon

Das Wort stammt vom englischen «intersection», was Schnittmenge oder Schnittpunkt bedeutet. Intersektionalität beschreibt die Wechselwirkung mehrerer Diskriminierungsformen, von der Personen…

B wie Bien
Kulturlexikon

Ein Begriff der Imkersprache, dessen Ursprünge zurückreichen ins 19. Jahrhundert. Hervorgebracht wurde er vom Imker Johannes Mehring, der Bienenvölker als «Einwesen» bezeichnete.

O wie Offspace
Kulturlexikon

Unter Offspaces versteht man selbstorganisierte, unabhängige Kunsträume, die neben Institutionen, Galerien und Kunstmessen einen wesentlichen Teil zur Landschaft der bildenden Kunst beitragen. Die…

A wie Autofiktional
Kulturlexikon

Autofiktional nennt man fiktionale Texte mit einem mehr oder weniger grossen autobiographischen Anteil. Die Grenze zwischen dem, was erfunden ist, und dem, was aus der realen Lebenswelt des*r…